Der Kampf gegen die Hexenverfolgung
Am Anfang des 16.Jhd. traten die ersten Gegner der Hexenverfolgung auf. Zu ihnen zählte beispielsweise der florentiner Rechtsgelehrte Giovanni Francesco Ponzinibius. Ihm wurde aber keine Beachtung geschenkt, daher geschah ihm auch kein Leid.
Die gelehrte Diskussion zum Hexenglauben im 16. Jahrhundert erlebte begünstigt durch Buchdruck und sinkende Papierpreise einen starken Anstieg. Die ersten kritischen Stimmen aus beiden Lagern meldeten sich etwa zeitgleich mit der Reformation. Während der ganzen Verfolgungsperiode gab es Kritik gegen die Hexenverfolgung, aber erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts manifestierte sie sich in einem schriftlichen Rahmen.
So lehnten etwa der Humanist Erasmus von Rotterdam (1536) oder der Arzt und Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim (1535) den Glauben an Hexerei dezidiert ab. 1531 wurde Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim aufgrund seines Werkes "De occulta philosophia" ein Jahr im Kerker eingesperrt.
Aus der Feder des klevischen Arztes Johann Weyer (1588), der in seiner Schrift über die Blendwerke der Dämonen Hexenprozesse als "Blutbadt der unschueldigen" anprangerte, stammte die schärfste Kritik.
Der erste Westfale, der sich gegen die Hexenverfolgung wandte, war der Lippstädter Anton Praetorius (1560-1613). Er kämpfte viele Jahre unter Einsatz seines Lebens gegen Folter und Hexenprozesse. Dabei kritisierte er die Zustände in den Gefängnissen und forderte grundlegende Reformen: Wenn man Menschen in Gefängnisse einschließt, sollen es anständige Räumlichkeiten sein zur Verwahrung, aber nicht zur Peinigung. Es sind Richter, Pfarrer und Juristen, die offensichtlich Praetorius in seinem gefährlichen Kampf unterstützt haben.
Die Jesuiten versuchten besonders im 17. Jahrhundert die Hexenverfolgung zu mäßigen. Besonders taten sich Martin Delrio und Friedrich von Spee hervor. Ihr Vorbild und Vorläufer war der Jesuite Adam Tanner. Adam Tanner galt als Autorität im Gebiet der Moraltheologie. Er war für die Hexenverfolgung, aber er wollte die richterliche Gewalt einschränken und den Inquisitionsprozess beenden.
Vor allem drei Schriften
waren wohl entscheidend für diese Wende:
Weitere Kritiker der Hexenlehre
Maria Theresia ordnete 1766 an, dass in den österreichischen Erblanden kein Prozess wegen Hexerei oder Zauberei mehr angestrebt werden dürfte, denn für sie war Hexerei nur Betrug, Wahnwitz, Vorstellungen und Sinnesentrückung.
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